Ummelden

Ummelden

Ein beruflicher Wechsel, eine veränderte private Situation oder schlicht und einfach der Wunsch nach einer räumlichen Veränderung: Mögliche Gründe für einen Umzug gibt es viele. Und obwohl zu dem Schritt in eine neue Wohnung in den meisten Fällen natürlich zu gratulieren ist, so verstecken sich doch beim Thema Bundesmeldegesetz, Umzug und Ummelden einige Tücken, die den Umzug ins neue Heim sehr schnell zu einem Ärgernis machen können. Die folgenden Hinweise sollen helfen, den erfreulichen Anfang in ein neues räumliches Leben so sorgen- und stressfrei wie möglich zu gestalten.

Ummelden – die Adressänderung

Es ist wichtig, vielen Anbietern und Behörden die neue Anschrift bereits im Vorfeld, d.h. einige Wochen vor dem eigentlichen Umzug, mitzuteilen. Zunächst benötigt natürlich die Post die neuen Daten: Für einen Nachsendeauftrag braucht sie in der Regel bis zu fünf Tage Vorlaufzeit. Den Auftrag können Kunden entweder persönlich in einer der vielen Filialen oder aber über das Internet einrichten lassen. Einige Medien sind allerdings von der Nachsendung ausgeschlossen, so werden Express-Sendungen, Infopost ohne Umhüllung, Pressesendungen wie Mitarbeiterzeitschriften und Postvertriebssendungen wie Tageszeitungen nicht zur neuen Adresse geschickt. Es gehört sinnvollerweise dazu, sich beispielsweise für Zeitschriften- und Zeitungsabos frühzeitig wegen einer Umstellung auf die neue Adresse zu melden. So kann das geliebte Sportblatt oder Finanzmagazin auch im neuen Heim von Anfang an genossen werden. Noch komplizierter gestaltet sich dies, wenn ein Umzug ins Ausland ansteht: Hier werden auch Infopost im Allgemeinen, Warensendungen, Pressepost, Päckchen sowie Briefe mit zusätzlicher Nachnahme und Wert nicht hinterhergeschickt. Ein weiterer Anbieter, der im Rahmen des Umzugs informiert werden sollte, ist jener des eigenen Kabelanschlusses. Befindet sich auch in der neuen Wohnung ein solcher Anschluss, kann dieser nicht nur ab-, sondern auch umgemeldet werden. Früh sollten Sie sich an Ihren bisherigen Anbieter für Telefon und Internet wenden, ist Erreichbarkeit im heutigen Zeitalter für viele Menschen schließlich essentiell. Zwar lassen sich viele Anschlüsse und Verträge problemlos bei einem Umzug behalten, allerdings benötigen die Kommunikationsunternehmen hierfür nicht selten eine Vorlaufzeit von bis zu sechs Wochen. Für schnelle und problemlose Nutzung des Internets und Telefons im neuen Heim ist also eine frühzeitige Organisation empfehlenswert. Eine tolle Möglichkeit ist ein Umzug wiederum für einen Wechsel des Energieversorgers – hier lässt sich bei einem Vergleich nicht selten eine Menge Geld sparen. Anbieter, bei denen sich beim Umzug also frühzeitig gemeldet werden sollte sind:

  • Post (Nachsendeauftrag!)
  • Zeitungsabonnements
  • Telefon / Internet
  • Kabelanschluss
  • Energieversorger

Offizielle Behörden rechtzeitig informieren

Auch bei einigen Ämtern ist es durchaus ratsam, die neue Heimat im Vorfeld telefonisch oder schriftlich anzuzeigen. Eine Besonderheit ergibt sich beim Ummelden im Einwohnermeldeamt – hier muss sich binnen einer Woche nach dem Umzug gemeldet werden, ansonsten droht eine ärgerliche und einfach zu vermeidende Geldstrafe. Die eigentliche Ummeldung kann in vielen Gemeinden mittlerweile sogar ohne lästige Wartezeiten bequem und einfach online erfolgen, langfristig erspart dies jedoch beim Ummelden den Gang zum Amt nicht: Irgendwann muss die neue Adresse auch auf dem Personalausweis vermerkt werden, da dieser ansonsten ungültig wird. Dank der Sonderregelung beim Ummelden für Familien reicht ein einziger Meldeschein für Ehepartner und Kinder, erst ab mehr als vier Personen wird ein weiterer Schein notwendig. Seit dem Jahre 2004 müssen sich Umziehende nur noch bei einer neuen Wohnung im Ausland abmelden, ansonsten muss die alte Gemeinde nicht informiert werden. Während diese Angelegenheit beim Ummelden kostenlos erledigt werden kann, sind mit der Änderung des Kfz-Scheins durchaus zusätzliche Kosten verbunden: Bis zu 50 Euro kann die Umschreibung kosten, bei einem Wunschkennzeichen kommen noch einmal 10 Euro hinzu. Außerdem wird ein gänzlich neues Kennzeichen benötigt, wenn die neue Bleibe in einem neuen Landkreis liegt. Die neuen Regelungen zur GEZ stiften immer wieder Verwirrung – in Bezug auf das Ummelden sollte auf jeden Fall der Einzugsstelle die neue Anschrift mitgeteilt werden, selbst für den Fall, dass die Gebühren per Lastschrift bezahlt wurden. Karten für die Änderungsmeldung lassen sich entweder über das Internet ausdrucken oder bei einer der Post- und Bankfilialen erhalten. Dem Finanzamt reicht es beim nach wie vor gleichen Zuständigkeitsbereich aus, die neue Adresse mit der Steuererklärung zu erhalten. Beim Umzug in einen neuen Bereich sollte idealerweise eine frühzeitige Bekanntgabe der neuen Daten mit der Steueridentifikationsnummer erfolgen, damit keine Verzögerungen durch den Umzug entstehen. Schließlich sollte natürlich auch der Hausratsversicherung Bescheid gegeben werden: Eventuell ist eine Anpassung der Prämie vorzunehmen, um im Schadensfalle nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Bundesmeldegesetz

Das deutsche Melderecht wurde mit Inkrafttreten des Bundesmeldegesetzes maßgeblich reformiert. Waren bis 2006 Meldeangelegenheiten den Bundesländern in Deutschland unterstellt, sorgte die Förderalismusreform I dafür, dass nun die Gesetzgebungskompetenz ausschließlich Aufgabe des Bundes ist. Das Bundesmeldegesetz, welches am 15.11.2015 in Kraft getreten ist, wurde bereits im März 2013 beschlossen und soll der einfacheren und vereinheitlichten Handhabung des Meldewesens dienen. So können Melderegisterauskünfte an Dritte nur noch mit einer ausdrücklichen Einverständniserklärung des Gemeldeten erfolgen. Dies ist vor allem dahingehend positiv, da nun keine persönlichen Angaben zu Werbezwecken oder zum Adresshandel vom Meldeamt ausgegeben werden dürfen. Keine Sorge: Wer einmal sein Einverständnis erteilt hat, kann dieses auch jederzeit wieder widerrufen. Die wohl größte Änderung, die gerade für den Umzug und in diesem Zusammenhang auch für die Ummeldung äußerst wichtig ist, ist die Tatsache, dass der Vermieter wieder in den Prozess der Ummeldung seiner Mieter mit einbezogen wird. Zum Einzug muss dieser den neuen Mietern die sogenannte Wohnungsgeberbestätigung ausstellen. Diese wird dann bei der Abwicklung der Ummeldung dem zuständigen Amt mit allen weiteren Unterlagen vorgelegt und dient als Beweisführung, dass der besagte Mieter tatsächlich unter der angegebenen Adresse zu finden ist. So sollen Scheinanmeldungen und Betrugsfälle minimiert werden. Ist man selbst Hauptmieter der Wohnung, stellt der Vermieter die Bestätigung aus. Als Untermieter muss die Ausstellung tatsächlich über den Hauptmieter erfolgen. Der Eigentümer der Wohnung ist in diesen Prozess dann nicht involviert. Vermieter sind zur Herausgabe der Wohnungsgeberbestätigung per Post oder auf elektronischem Wege, entweder an den Mieter oder direkt ans Amt, verpflichtet. Sollte also die Herausgabe verweigert oder unnötig hinausgezögert werden, droht dem Vermieter nach Ablauf von zwei Wochen eine Strafe, da dieser Tatbestand eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Gleiches gilt allerdings auch für die zur Meldung verpflichtete Person. Länderweit gilt nun eine Frist von zwei Wochen, in der die Ummeldung erfolgen muss. Erfolgt diese nicht rechtzeitig, liegt auch hier eine Ordnungswidrigkeit vor. Oft muss gerade in Großstädten ein Termin für das Amt vereinbart werden. Auch wenn dieser dann erst nach der Meldefrist angesetzt ist, gilt die Terminvereinbarung innerhalb der zwei Wochen als gültige Einhaltung der Vorschriften.

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