Hausbesitzer - Das gehört ins Testament

Hausbesitzer - Das gehört ins Testament

Ein Testament des Hausbesitzers ist wichtig, um Streitigkeiten nach dem eigenen Tod innerhalb der Familie zu vermeiden. Ein Erbe ist nicht selten der Start für einen heftigen Familienstreit. Es bedarf keiner besonderen Form, es kann auf ein Blatt Papier geschrieben werden. Damit es auch seine Gültigkeit hat, müssen einige Dinge beachtet werden. Wer sein Testament nicht von Zeugen unterschreiben lassen möchte, kann es handschriftlich verfassen. Es ist ungültig, wenn es maschinell geschrieben, und nur vom Erblasser, also dem Hausbesitzer unterschrieben wurde. Aus dem Testament muss klar hervorgehen, wer mit welchen Gegenständen bedacht wird. Die Floskel: "Im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte" ist überflüssig.

Das Testament eines Hausbesitzers, das mit einer Maschine verfasst wurde, muss von Zeugen unterschrieben werden. Diese dürfen nicht im Testament bedacht sein. Wird ein Testament im Krankenhaus verfasst, können Ärzte oder Pflegepersonal als Zeugen fungieren.

Es gibt Personen, die ihr Testament im Safe liegen lassen, zu dem die späteren Erben Zugang haben. Diese Vorgehensweise ist nicht empfehlenswert. Das Testament des Hausbesitzers könnte von jemandem gefunden werden, der nicht als Erbe eingesetzt wurde. Da liegt es nahe, dass das Testament vernichtet wird. Bei einem Notar oder bei Gericht ist es sicher verwahrt. Es wird nach dem Tod des Erblassers verlesen. Besonders wichtig ist das Datum der Erstellung. Im Laufe der Jahre kann es passieren, dass man sein Testament ändern möchte. Liegen mehrere Testamente vor, hat das mit dem neuesten Datum seine Gültigkeit. Ist das Testament so lang, dass es aus mehreren Blättern besteht, müssen diese nummeriert werden. Diese Nummerierung sollte so aussehen: 2/5. Die erste Zahl gibt die aktuelle Seitenzahl an, die zweite Zahl die Gesamtanzahl der Blätter. Damit ist sichergestellt, dass nicht eine Seite abhandenkommt. Schlusssatz im Testament ist die sogenannte Salvatorische Klausel. In dieser wird festgehalten, dass das Testament in seinen restlichen Punkten seine Gültigkeit behält, auch wenn ein Punkt unwirksam wurde.

Inhalt des Testaments

Ein Hausbesitzer macht sich Gedanken, wer seine Immobilie nach dem Tod bekommen soll. Dieser Wunsch muss klar formuliert werden. Diese kann so aussehen: "Meiner Tochter (Vor- und Familienname), geboren am (Geburtsdatum) vererbe ich mein Haus in (Ort und Adresse)." Mit diesem Satz ist geklärt, wer im Testament des Hausbesitzers die Immobilie erbt, doch es gibt auch persönliche Gegenstände, die er Erblasser gerne jemand anderen vererben möchte. Am besten ist es, wenn man eine Liste anlegt, wo der Gegenstand beschrieben und der Erbe namentlich erwähnt wird. Wenn das Mobiliar im Haus verbleiben soll, muss das auch im Testament des Hausbesitzers erwähnt werden.

Diese Inhalte müssen im Testament enthalten sein:

  • Klare Formulierungen mit genauen Personenangaben
  • Genaue Bestimmung welche Person, was erbt
  • Bei mehreren Erbstücken lohnt sich eine Liste mit genauen Beschreibungen

Sondervereinbarungen im Testament des Hausbesitzers

Gibt es einen Lebenspartner, dem man die Immobilie nicht vererben möchte, kann durch eine Sonderregelung ein Wohnrecht eingeräumt werden. Dadurch wird vermieden, dass der Partner nach dem Tod des Hausbesitzers das Haus verlassen muss. Bei Paaren, die nicht verheiratet sind, ist das leider sehr oft der Fall. Daher muss für diese Situation eine Vorkehrung getroffen werden. Natürlich ist es auch möglich, im Testament des Hausbesitzers mehrere Erben für die Immobilie einzusetzen. Es entsteht eine Erbengemeinschaft. Diese führt allerdings oft zu Unstimmigkeiten, da Entscheidungen, die das Haus betreffen, nur gemeinsam gefällt werden können. Wünscht ein Erbe einen Ausbau des Kellers, müssen alle anderen Personen in der Erbgemeinschaft damit einverstanden sein. Es ist daher besser, im Testament des Hausbesitzers einen einzigen Erben zu wählen, der die Immobilie bekommen soll. Hat der Erblasser mehrere Kinder, besteht die Möglichkeit, dass er das Kind, das das Haus erbt, beauftragt, eine gewisse Summe an dessen Geschwister auszubezahlen. Auch eine fremde Person kann im Testament des Hausbesitzers mit der Immobilie bedacht werden. Dieser Fall tritt dann ein, wenn der Kontakt zur Familie sehr schlecht ist. Diesen Schritt zu begründen, ist nicht notwendig, denn der Hausbesitzer kann selbst über die Zukunft seiner Immobilie entscheiden.

Der Pflichtteil für die Angehörigen

Nahe Angehörige, wie Ehepartner und Kinder sind berechtigt, einen Pflichtteil zu fordern. Dieser muss nicht extra im Testament des Hausbesitzers erwähnt werden, da er gesetzlich geregelt ist. Beansprucht kann er von den Personen werden, die nicht im Testament des Hausbesitzers bedacht wurden. Als Beispiel: Der Lebenspartner erbt alles, es sind aber noch leibliche Kinder des Verstorbenen da. Der Erbe muss den Kindern den Pflichtteil ausbezahlen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, jemanden vom Pflichtteil auszuschließen. Die Person, die vom Pflichtteil ausgeschlossen wird, muss ein Verbrechen dem Erblasser gegenüber begangen haben. Ebenfalls keinen Pflichtteil bekommt ein Angehöriger, wenn er seine Unterhaltspflichten böswillig verletzt hat oder eine Straftat begangen hat, die eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr zur Folge hatte. Liegt eine solche Straftat vor, sollte das im Testament des Hausbesitzers erwähnt werden. Das Besondere an dem Pflichtteil ist, dass dadurch nie Schulden vererbt werden können. Im schlimmsten Fall bekommt der Pflichtteilberechtigte nichts.

Grabpflege und Beerdigung sollte auch im Testament erwähnt werden

Im Testament des Hausbesitzers sollte auch die Grabpflege geklärt werden. Meist kommt der Erbe für die Kosten von Beerdigung und Pflege des Grabes auf. Der Erblasser kann aber im Testament des Hausbesitzers auch ein Unternehmen damit beauftragen, das Grab zu pflegen. Daher sollte auch genau erwähnt werden, wer diese Firma bezahlt. Viele Personen sichern sich mit einer Versicherung ab, die im Todesfall die Kosten für die Beerdigung übernimmt. Im Testament können die Verwandten über diese Versicherung informiert werden, sofern sie es noch nicht wissen, dass eine dementsprechende Police existiert. Der Erblasser kann in seinem Testament auch die Form der Beerdigung festlegen. Das ist sogar sinnvoll, denn bei der Planung der Beerdigung haben Familienmitglieder oft unterschiedliche Vorstellungen.

Ergänzungen zum Testament

Fällt dem Hausbesitzer noch eine Änderung zum Testament ein, ohne dass er das gesamte Testament noch einmal schreiben möchte, ist das möglich. Da es sich um eine neue Verfügung handelt, muss diese der Form eines Testaments entsprechen. Aus der Überschrift muss klar hervorgehen, dass es sich um eine Ergänzung zum bereits bestehenden Testament handelt. Auch diese muss entweder eigenhändig geschrieben und unterschrieben oder von unabhängigen Zeugen gezeichnet werden. Das Ergänzungsblatt wird dem Testament beigelegt. Ist diese bei Gericht oder einem Notar hinterlegt, muss das Blatt ebenfalls dort deponiert werden. Mit einem ausführlichen Testament kann der Hausbesitzer sicherstellen, dass seine Immobilie nach dem Tod in die gewünschten Hände kommt. Je ausführlicher und detaillierter der letzte Wille verfasst ist, umso eher können Streitigkeiten um das Erbe vermieden werden.

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