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Süddeutsche Zeitung vom 26.07.2009
 
Ministerin Aigner greift Banken an

Politiker und Gewerkschaften haben die Banken als unbelehrbar kritisiert.

- "Einige haben aus der Krise ganz offensichtlich nichts gelernt", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) der "Süddeutschen Zeitung". Auf die Mitarbeiter in den Filialen werde zum Teil noch stärker Druck ausgeübt als vor der Krise. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte, das "globale Finanzcasino" habe "die Türen schon wieder weit offen.

Aigner bemängelte, dass die Bankmitarbeiter bereits wieder "möglichst viele Produkte verkaufen" sollten. Es sei zwar legitim, wenn die Banken sich Renditeziele setzten und "diese Ziele von oben nach unten weiterreichen". Es sei aber falsch, den Bankangestellten vorzuschreiben, wie viele Zertifikate und wie viele Bausparverträge sie pro Woche verkaufen müssten. Solche Zielvorgaben verhinderten, dass den Kunden das für sie am besten geeignete Produkt verkauft werde.

DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki nannte es in der "Rheinpfalz am Sonntag" "ungeheuerlich, dass die Brandstifter von einst erneut mit den Zündhölzern spielen". Ausgerechnet die Finanzjongleure erwiesen sich als die großen Profiteure der Krise. Während die Unternehmen dringend frisches Kapital benötigten, erschwerten die Banken die Kreditvergabe und verdienten kräftig daran.

Als Konsequenz aus der Krise fordere der DGB eine Steuer auf alle Finanzmarktgeschäfte. Eine solche Abgabe würde besonders die Spekulanten treffen, sagte Matecki. Je öfter ein Investor Wertpapiere verkaufe oder kaufe, desto häufiger müsse er zahlen. Langfristig orientierte Anleger würden dagegen nur wenig belastet.